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        Co-Working-Spaces, Coaching, Mentoring-Programme und Investitionen – alles zugänglich in Berlin

Berlins Startup-Ökosystem ②

Co-Working-Spaces, Coaching, Mentoring-Programme und Investitionen – alles zugänglich in Berlin

Co-Working-Spaces, Coaching, Mentoring-Programme und Investitionen – alles zugänglich in Berlin

Titelbild-Quelle = Hubraum-Website

Neben den günstigen Lebenshaltungskosten, der internationalen Atmosphäre und der starken staatlichen Unterstützung ist der Grund, warum Berlin zu einem Paradies für Startups geworden ist, sein lebendiges Investitionsökosystem. Hier stellen wir die wichtigsten Institutionen vor, die Co-Working-Spaces, Coaching und Mentoring anbieten, sowie die Investitionsmöglichkeiten, die das für das Wachstum eines Startups unverzichtbare Kapital bereitstellen.

Vielfältige Hubs für Co-Working und Acceleration

Neben der bereits erwähnten Factory Berlin und dem H:32 von Finleap, in dem sich Fintech-Startups versammeln, verfügt Berlin über eine Vielzahl von Räumen, die sowohl als Co-Working-Hubs als auch als Acceleratoren dienen.

Erstens betreibt die Deutsche Telekom, das größte Telekommunikationsunternehmen Deutschlands, mit „Hubraum“ einen technologiebasierten Startup-Inkubator, der verbindet Startups in der Frühphase in den Bereichen 5G, KI und IoT mit führenden europäischen Telekommunikationsunternehmen. Nur Startups, die ein strenges Bewerbungsverfahren durchlaufen haben, können dort einziehen. Die ausgewählten Gründer profitieren von kostenlosen Co-Working-Spaces sowie dem Zugang zu den verschiedenen Programmen und Networking-Möglichkeiten der Deutschen Telekom. Auch die südkoreanischen Startups Nota und ImmersiveCast haben das Hubraum-Programm durchlaufen. Hubraum wurde 2012 in Berlin und Krakau (Polen) eröffnet, um sich zu einem europäischen Startup-Hub zu entwickeln.

Hubraum Berlin Campus. Hubraum wurde 2012 in Berlin und Krakau (Polen) eröffnet, um sich zu einem europäischen Startup-Hub zu entwickeln. Foto = Hubraum-Website
Hubraum Berlin Campus. Hubraum wurde 2012 in Berlin und Krakau (Polen) eröffnet, um sich zu einem europäischen Startup-Hub zu entwickeln. Foto = Hubraum-Website

Ein weiterer interessanter Ort ist die „Silicon Allee“. Was 2011 als monatliches Treffen für Startups begann, ist heute zu einem 7.500 m² großen Startup-Campus im Bezirk Mitte, dem Zentrum von Berlin, angewachsen. Der Übergang von einem regelmäßigen Treffen zu einem physischen Raum hat seine eigene Geschichte. Drei Gründer mit Startup-Erfahrung im Silicon Valley starteten das Treffen, um eine ähnliche Community in Berlin aufzubauen. Sie begannen zunächst mit einem englischsprachigen Blog, auf dem sie Neuigkeiten über das Startup-Ökosystem teilten. Kurz darauf beteiligten sie sich am Aufbau der Factory Berlin und gestalteten 2017 ihre eigenen Räumlichkeiten.

Silicon Allee ist sehr offen gegenüber ausländischen Gründern. Das liegt daran, dass es als Initiative begann, um internationalen Gründern zu helfen, die Schwierigkeiten hatten, Informationen auf Deutsch zu finden. Der 2019 von Silicon Allee ins Leben gerufene Berlin Founder Fund zahlt Gründern mit vielversprechenden Ideen zwei Jahre lang monatlich 2.000 Euro ohne jegliche Gegenleistung oder Bedingungen. Ausländische Gründer können über Silicon Allee Unterstützung bei Visafragen und sogar kurzfristige Apartment-Mieten erhalten. Alle diese Einrichtungen und die Infrastruktur befinden sich in den Räumen der Silicon Allee. Auch das Netzwerken mit dem Berliner Tech-Cluster ist ein attraktiver Faktor der Silicon Allee.

Das Penthouse der Silicon Allee, das für verschiedene Treffen genutzt werden kann. Ausländische Gründer erhalten Unterstützung bei Visafragen und kurzfristigen Apartment-Mieten. Foto = Silicon Allee Website
Das Penthouse der Silicon Allee, das für verschiedene Treffen genutzt werden kann. Ausländische Gründer erhalten Unterstützung bei Visafragen und kurzfristigen Apartment-Mieten. Foto = Silicon Allee Website

Auch weltweit bekannte Konzerne beteiligen sich an diesen Startup-Hubs. Microsoft betreibt Startup-Accelerator-Programme in sechs Städten weltweit, darunter Berlin. Der Microsoft Accelerator Berlin startete 2013 als viermonatiges Intensivprogramm. Es bietet Mentoring, technisches Training sowie Möglichkeiten zur Vernetzung mit Investoren und zur Zusammenarbeit mit Microsoft.

Mehr als 50 % des deutschen Risikokapitals konzentrieren sich auf Berlin

In Deutschland konzentrieren sich 58 % aller Risikokapitalinvestitionen (VC) auf Berlin. Im Jahr 2020 erreichte das Volumen der VC-Investitionen in Berliner Startups 3,1 Milliarden Euro. Die meisten Investitionen flossen in den Bereich Mobilität, gefolgt von Software, E-Commerce und dem Gesundheitswesen.

Einer der aktivsten VCs in Berlin ist „Early Bird Venture Capital“. Mit Büros in Berlin, München und Istanbul gehört es zu den führenden Venture-Capital-Gesellschaften in ganz Europa und konzentriert sich auf Frühphaseninvestitionen von der Seed-Phase bis zur Series B. Derzeit verwaltet Early Bird ein Vermögen von 1 Milliarde Euro und hat im vergangenen Jahr trotz der Pandemie 34 Investitionen getätigt. Zu den namhaften Portfoliounternehmen gehören die Digitalbank N26 und die Aufgabenverwaltungs-App Wunderlist, die von Microsoft übernommen wurde.

Das Portfolio von „Early Bird Venture Capital“. Zu den namhaften Unternehmen gehören die Digitalbank N26 und die Aufgabenverwaltungs-App Wunderlist, die von Microsoft übernommen wurde. Foto = Screenshot der Early Bird Website
Das Portfolio von „Early Bird Venture Capital“. Zu den namhaften Unternehmen gehören die Digitalbank N26 und die Aufgabenverwaltungs-App Wunderlist, die von Microsoft übernommen wurde. Foto = Screenshot der Early Bird Website

Als nächstes investiert „Project A“ in Berliner und Londoner Startups von der Gründungsphase bis zur Series A. Der Fokus liegt dabei vor allem auf Startups mit Ideen für digitale Innovationen, wie der mobilen Aktienhandels-App Trade Republic und dem E-Scooter-Sharing-Anbieter Voi.

Auch „Rocket Internet“, der Hauptaktionär von Delivery Hero (das die koreanische Plattform Baedal Minjok übernommen hat), ist ein bekannter VC in Berlin. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung und Unterstützung von Startups, die Technologien in den Bereichen Lebensmittel, Mode und Güter des täglichen Bedarfs entwickeln. Neben Delivery Hero haben sie auch in das Kochboxen-Unternehmen HelloFresh investiert. Rocket Internet ist ein globaler VC, der in Startups auf fünf Kontinenten investiert.

Berlin ist eine Stadt der Clubs, Partys und Demonstrationen. Das ganze Jahr über finden ohne Unterlass Festivals, Konferenzen, Summits und Ausstellungen in verschiedenen Bereichen statt. Es ist ein Ort, an dem Menschen häufig zusammenkommen, um sich bei Bier und Wein auszutauschen. Während sich die Begeisterung durch die Pandemie scheinbar abkühlte, hat sie sich nun in einen Wettbewerb unter Startups verwandelt, die ihre Präsenz in „Online-, Digital- und virtuellen“ Räumen zeigen wollen. Dank technischer und kultureller Fortschritte ist eine Umgebung entstanden, in der man die Aktivitäten europäischer Startups bequem vom eigenen Wohnzimmer aus beobachten kann – über Zeit- und Raumgrenzen hinweg.

Dies bedeutet auch, dass in Seoul geborene Ideen nun im Handumdrehen in Berlin vorgestellt werden können. Da die Grenzen von Zeit und Raum überwunden sind, welche weiteren Innovationen werden entstehen? Durch den Erfolg europäischer Startups wachsen auch die Erwartungen an koreanische Startups.

Eunseo Yi
eunseo.yi@123factory.de

Dieser Artikel wurde aus der Serie „European Startup Chronicles“ in BizHankook editiert und angepasst.